Im Jahr 2025 war die Demokrative mit ihren Workshops in vielen Ferienpässen in der ganzen Deutschschweiz unterwegs. In Aesch BL, Appenzell Innerrhoden, Arth-Goldau, Steinerberg & Schwyz, Basel, Bern, Brig, Glarus, Nidwalden, Schaffhausen, Westlich Raron und Zug durften wir Workshops für Kinder durchführen, die Demokratie nicht erklären, sondern erlebbar machen.
Zu Beginn jedes Workshops stand das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Mit dem Spiel «Plätze tauschen» kamen die Kinder nicht nur in Bewegung, sondern setzten sich gleichzeitig mit ersten Fragen auseinander, etwa ob sie sich schon einmal für etwas eingesetzt haben, das ihnen wichtig ist. Auf diese Weise entstand eine erste Annäherung an das Thema Demokratie, ohne abstrakte Begriffe zu verwenden.
Anschliessend beschäftigten sich die Kinder mit der Frage, wie ein demokratischer Prozess abläuft. Mit Bildern aus dem Alltag, zum Beispiel aus der Schule, vom Pausenplatz, zu Abfall oder Tieren in der Stadt, wählten sie ein Thema aus, das sie besonders interessierte. In kleinen Gruppen sammelten sie Ideen, was sie an diesem Ort verändern würden, stellten diese den anderen vor und entschieden sich am Schluss gemeinsam für eine Idee. Dafür wurde abgestimmt, teilweise sogar mit einer Abstimmungsurne. Anschliessend wurde gemeinsam angeschaut, welche Schritte es braucht: sich informieren, Ideen entwickeln, diese vorstellen, darüber abstimmen, und dass genau so viele Entscheidungen in einer demokratischen Gesellschaft entstehen.
Danach schlüpften die Kinder im Rätselspiel «Observers» in die Rolle von Demokratie-Detektiv:innen. In Kleingruppen versuchten sie, Geschichten zu gesellschaftlichen Herausforderungen zu erraten. Dabei waren genaues Nachfragen, Kombinieren und gemeinsames Nachdenken gefragt.
Weiter ging es mit einem Leiterlispiel in Raumgrösse. Die Kinder starteten mit zufällig erhaltenen, unterschiedlich guten Startbedingungen und das Ziel war es, das letzte Feld zu erreichen und eine Schokoladentafel zu gewinnen. Auf bestimmten Feldern durften neue Regeln festgelegt werden, die danach für alle galten. So wurde schnell spürbar, wie sich ungleiche Ausgangslagen und von Einzelnen gemachte Regeln auf Fairness und Chancengleichheit auswirken. Im Anschluss reflektierten die Kinder ihre Gefühle, den Spielverlauf und überlegten, was sie beim nächsten Mal anders machen würden. Dabei entstanden Gespräche über Gerechtigkeit und darüber, ob Entscheidungen immer für alle gleich fair sind.
Im weiteren Verlauf vertiefte das Fadenspiel das Thema Freiheit und Zugehörigkeit. Die Kinder erlebten ganz praktisch, wie individuelle Wünsche mit den Bedürfnissen einer Gruppe zusammenhängen und wo Konflikte entstehen können. Das Spiel machte sichtbar, dass Zusammenleben immer auch bedeutet, Rücksicht zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu finden, ohne dass jemand völlig frei oder völlig eingeschränkt ist.
Zum Abschluss blickten die Kinder gemeinsam auf den Nachmittag zurück. Sie sammelten, wo ihnen Demokratie im Workshop begegnet war, und überlegten, ob und was sie Neues gelernt hatten.
Besonders freut uns, dass die Demokrative 2025 erstmals Ferienpass-Workshops auch für jüngere Kinder ab 8 Jahren angeboten hat. Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass Mitbestimmung, Diskutieren und Hinterfragen schon früh in der Kindheit beginnen und politische Bildung auch in diesem Alter sinnvoll und wichtig ist.
Die Demokrative möchte dieses Angebot weiter ausbauen und noch mehr Kinder und Jugendliche erreichen. Möchtest du die Workshops der Demokrative auch in deinem Ferienpass, deiner Gemeinde oder Institution anbieten? Dann melde dich gerne bei uns!
Kontakt:
„Die Kinder waren begeistert vom Ferienpass-Workshop der Demokrative, das Feedback war sehr positiv. Eine Mutter erzählte mir, ihr Kind spreche noch immer die ganze Zeit von diesem Workshop. Und beim Abschlussfest habe ich viele Kinder gefragt, welcher Kurs der beste war und die Antwort "Demokratie-Kurs" kam dabei sehr oft.“
Noemi Salzgeber
Stellenleiterin, Jugenarbeitsstelle Bezirk Westlich Raron VS
& Verantwortliche Ferienpass Westlich Raron
